KOMETEN

GRENZEN AUSREIZEN

Kometen leuchten auf, ziehen ihre Bahn und verglühen.  Manche bestehen Jahre, andere nur wenige Augenblicke. Sie hinterlassen Eindruck und können eine bestimmte Richtung aufzeigen, die uns in unserem alltäglichen Schaffen leitet.  Experimentierfreude, Innovation und das Spiel mit Komponenten stehen bei den Kometen im Vordergrund. Jeder unserer Kometen ist einzigartig, wie ein Fingerabdruck. Die Etiketten jeder einzelnen Flasche werden individuell gestaltet: Ein Kometenschweif, mit dem Finger aufgemalt.

MIN · XVI

BEWAHREN.

Gewürztraminer ist in Südtirol zum Teil in sehr heißen Lagen zu finden. Unter diesen Bedingungen tendiert die Rebsorte oftmals dazu, an Säure zu verlieren.

Lässt man Weine längere Zeit in Kontakt mit der Schale und den Stängeln, kann unter anderem die Wahrnehmung an Frische und Saftigkeit gesteigert werden. Bis zu elf Monaten blieb dieser Gewürztraminer daher auf der ganzen Traube liegen.

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THUR ∙ XVI

ZEIT GEBEN.

Wir sind davon überzeugt, dass die Rebsorte Müller Thurgau in einem weltweit einzigartigen Terroir wie dem Eisacktal, Wertigkeit und Eigenständigkeit besitzt.
Für diesen Wein haben wir über mehrere Monate den Ausbau auf der ganzen Traube ausgereizt. Dadurch stellt sich die Frage, ob denn die Typizität der Rebsorte noch gegeben ist. Zugegeben, es gab eine schwierige Phase während des Ausbaus, da sich zum Ende der Gärung ein dumpfer bakterieller Ton einstellte. Glücklicherweise war dieser aber nach 11 Monaten verschwunden.
Ab und zu muss man den Dingen einfach Zeit geben.

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SOU ∙ XVII

AUCH MAL ANDERS DENKEN.

Pilzwiderstandsfähige Sorten sind für uns eine von vielen Möglichkeiten, um den Herausforderungen im Weinbau standzuhalten. Ganz besonders fiel unser Augenmerk dabei auf eine Rebsorte, die aus einer Kreuzung zwischen Cabernet Sauvignon und Bronner hervorgeht. Im Jahr 2017 bekamen wir durch einen Winzerpartner, der diese anbaute, die Chance sie zu keltern und so viel wie möglich über die Entwicklung der Sorte zu erfahren. Entstanden sind so zwei unterschiedliche Weine, die zwei konträre Pole widerspiegeln:
SOU · XVII und SOU MA · XVII.
SOU · XVII wurde klassisch vinifiziert: Die Trauben wurden ohne Standzeit direkt gepresst und der Most in gebrauchtem Barrique spontan vergoren.

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SOU MA ∙ XVII

OHNE FLEISS KEIN PREIS.

SOU MA · XVII ist das zweite Ergebnis aus unserem Experiment mit einer für uns neuen Rebsorte. Im Gegensatz zum SOU · XVII stand hier die maximale Phenol-Extraktion im Zentrum unserer Arbeit.
Dafür war ein sehr aufwendiger Verarbeitungsprozess notwendig: In einem kleinen Stahlfass wurde ca. 80% der Maische, darunter auch ganze Trauben, gelagert und die Gerbstoffe in einem intensiven Programm aus Remontage, Pigage und Delestage teilweise mehrmals am Tag über knapp drei Wochen ausgelaugt. Im Anschluss reifte der Wein inklusive des Pressweins in einem gebrauchten Barrique für rund 1,5 Jahre.

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BLA ∙ BLA 2

DIE TRADITION IN DIE ZUKUNFT TRAGEN.

Solange der Ochse noch die Trauben aus dem Weinberg in den Keller führte, blieb fast jeder Most einige Stunden in Kontakt mit den Schalen und Stielen. Erst als der Ochse durch den Traktor ersetzt wurde, verlor die Maischestandzeit an Bedeutung.
Durch eine Ganztraubenverarbeitung geben wir dem Most wieder die nötige Zeit, um wichtige Beereninhalte aus der Schale zu übertragen. Dies ist vor allem bei dieser in Vergessenheit geratenen, heimischen Rebsorte von Vorteil, da sie eine etwas dünnere Beerenschale aufweist.
Wie beim Kometen BLA · BLA wurden zwei Jahrgänge, nämlich 2017 und 2018, miteinander verschnitten: BLA · BLA 2 eben.

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ZIE ∙ XVI

CHAOS. BEWEGUNG. FORM.

Aus dem Chaos entsteht durch die Bewegung letzten Endes Form, meint Joseph Beuys. Lernte man Rainer Zierock, Freund der Familie, kennen, so scheint auch er nach diesem Prinzip gelebt zu haben. Vor 25 Jahren hat er Rebsorten aus der ganzen Welt gesammelt, zusammengetragen und mit Alois Lageder in den Weinbergen als gemischten Satz gepflanzt. Einige Sorten sind zum Zeitpunkt der Lese noch unreif, bestechen durch hohe Säurewerte und wenig Zucker. Andere hingegen sind überreif, tragen zum Teil reife Aromen und viel Zucker. Wiederum andere erreichen den idealen physiologischen Reifegrad. Wir keltern sie alle gemeinsam.
Es ist erstaunlich, zu welcher Balance die einzelnen Komponenten beitragen. Es ist das Chaos, das uns begeistert, welches wiederum in Form übergeführt wird. Die Gärung als formgebender Prozess vereint diese verschiedenen Zustände und schafft eine vielschichtige Einheit.
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SEM ∙ XVII

LET'S TRY AGAIN.

Bei dieser für Südtirol atypischen Rebsorte steht ganz eindeutig die semiaromatische Komponente im Vordergrund.
Wir wollten hinterfragen, welche Entwicklung die Sorte denn als Wein für Südtirol, der unfiltriert und ungeschwefelt in die Flasche kommt, machen würde.

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TAN ∙ XV

MUTIG SEIN UND VORAUS DENKEN.

Bereits vor 30 Jahren haben wir aufgrund des sich verändernden Klimas Sorten eingeführt, die zukunftsfähig für Südtirol sein könn-ten. Tannat ist eine der vielversprechendsten. Die Rebsorte erlangt auch in schwierigen Jahren physiologische Reife und zeichnet sich durch eine knackige Säure und moderate Alkoholgehalte aus.
Der Komet TAN · XV verkörpert im Gegensatz zu seinen Vorgängern TAN · XIII und TAN SAI · XVI eine voluminösere Stilistik. Entge-gen unserem allgemeinen Ansatz haben wir diesen Wein in ein kleines Barrique aus komplettem Neuholz gelegt. Wie so oft lernen wir am meisten durch Extreme.

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RAH ∙ XVI

EINE CHANCE GEBEN.

Die Natur fordert uns auf, uns ihr anzupassen, Risiken einzugehen und uns einzugestehen, dass wir einige Male übers Ziel hinaus-schießen. Als wir uns vor 30 Jahren mit dem Klimawandel zu beschäftigen begannen, pflanzten wir unter anderem für die Region exotische Rebsorten wie Syrah.
Schien die Sorte über viele Jahre unpassend für unser Terroir zu sein, überraschte sie uns in gewissen Jahren hingegen mit guten Ergebnissen. Dennoch haben wir sie fast gänzlich wieder aus unseren Weinbergen entfernt und so stellt sich nun die Frage, ob wir der Sorte künftig nicht doch eine Chance geben wollen?

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MUS ∙ XVIII

NEUES WAGEN.

Das Grundmotiv dieses Kometen war es, die Rebsorte Goldmuskateller neu zu interpretieren und eine für uns neue, aber an sich alte Vinifikations-Methode zu verstehen. So hoffen wir, weiteres Potential der Rebsorte zu entdecken. Daher wagten wir einen Versuch mit Pét Nat (Pétillant Naturel).
Der Most vergor auf der ganzen Traube (Stiel und Schale) und wurde zum Ende der Gärung in Flaschen gefüllt. Die Gärung endete bei einem Druck von ca. 4 bar in der Sektflasche. Diese Methode erlaubt uns eine natürliche Konservierung ohne Schwefel.

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