KOMETEN

GRENZEN AUSREIZEN

Kometen leuchten auf, ziehen ihre Bahn und verglühen.  Manche bestehen Jahre, andere nur wenige Augenblicke. Sie hinterlassen Eindruck und können eine bestimmte Richtung aufzeigen, die uns in unserem alltäglichen Schaffen leitet.  Experimentierfreude, Innovation und das Spiel mit Komponenten stehen bei den Kometen im Vordergrund. Jeder unserer Kometen ist einzigartig, wie ein Fingerabdruck. Die Etiketten jeder einzelnen Flasche werden individuell gestaltet: Ein Kometenschweif, mit dem Finger aufgemalt.


MUS∙XVII

NEUES WAGEN.

Das Grundmotiv dieses Kometen war es, die Rebsorte Goldmuskateller neu zu interpretieren und eine für uns neue, aber an sich alte Vinifikations-Methode zu verstehen. So hoffen wir, weiteres Potential  der Rebsorte zu entdecken. Daher wagten wir einen Versuch mit Pet Nat (Pétillant Naturel). Der Most vergor auf der ganzen Traube (Stiel und Schale) und wurde zum Ende der Gärung in Flaschen gefüllt. Die Gärung endete bei einem Druck von ca. 4 bar in der Sektflasche. Diese Methode erlaubt uns eine natürliche Konservierung ohne Schwefel.

  • Alkohol: 11,5 % Vol.
  • Restzucker: 0 g/l
  • Säure: 4,0 g/l
  • Herkunft: Margreid und Neumarkt, 220 – 300 Meter ü.d.M.
    Schottrige, sandige, stark kalkhaltige Böden sowie Lehmböden
  • Bereitung: Im Stahltank auf ganzer, intakter Traube spontan-vergoren. Bei circa 20 g/l Restzucker in Sektflasche gefüllt und dort zu Ende vergoren.


CHE∙XVI

GRENZEN ÜBERWINDEN.

Aufgrund erster Klimamodelle in den 1980er Jahren, die von einer Erderwärmung sprachen, begannen wir zum einen, Rebsorten aus dem Süden Europas in Südtirol zu pflanzen, die ein wärmeres Klima gewohnt sind. Andererseits pflanzten wir auch Rebsorten aus nördlicheren Weinbaugebieten, die für eine höhere Säure und Frische bekannt sind. Vor allem in den letzten Jahren beobachten wir deren Entwicklung stärker und gehen der Frage nach, wie wir ihre Typizität in diesem neuen, ungewöhnlichen Umfeld zum Ausdruck bringen können. Wir wollen verstehen, welches Potenzial diese Rebsorte für die Dolomitenregion hat.

  • Alkohol: 12,5% Vol.
  • Restzucker: 0 g/l
  • Säure: 5,67 g/l
  • Herkunft: Margreid, 200 Meter ü. d. M.
    Schottrige, sandige und stark kalkhaltige Böden
  • Bereitung: Im gebrauchten Barrique spontan vergoren.  Ausbau für 19 Monate auf der Vollhefe. Schwefelgabe nach circa 9 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


ARS∙XVI

WEITERDENKEN. WEITER DENKEN.

In den 1980er Jahren begannen Alois Lageder und sein Freund Rainer Zierock, exotische und für die Region Südtirol untypische Rebsorten versuchsweise anzubauen. 30 Jahre später sind diese noch immer Teil unserer Experimente in Weinberg und Keller. Die Rebsorte wird vor allem an der Rhône und in Verbindung mit Roussanne an- und ausgebaut. Wir bauen sie getrennt aus und lassen die Weine bis zu eineinhalb Jahren lang in Kontakt mit der Vollhefe. Das hilft uns zu verstehen, welche Rebsorten infolge der kontinuierlichen Veränderung der Natur in Zukunft an Relevanz gewinnen können.

  • Alkohol: 13,0 %
  • Restzucker: 0 g/l
  • Säure: 6,06 g/l
  • Herkunft: Margreid, 200 Meter ü. d. M.
    Schottrige, sandige und stark kalkhaltige Böden
  • Bereitung: Im gebrauchten Barrique spontan vergoren. Ausbau für 19 Monate auf der Vollhefe. Schwefelgabe nach circa 9 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


BLA∙XVI

DIE TRADITION IN DIE ZUKUNFT TRAGEN.

Südtirol besaß vor noch nicht allzu langer Zeit eine Fülle an autochthonen Rebsorten, wie Blatterle, Fraueler oder Versoalen. Sie hatten sich über lange Zeit durchgesetzt, jedoch sind mittlerweile viele dieser Sorten fast in Vergessenheit geraten. Durch die moderne Weintechnologie, die sich in den 50er, -60er Jahren im Weinbau und vor allem in der Weinbereitung durchgesetzt hatte, brachten diese Sorten nicht mehr die gewünschten Resultate und gerieten in der Folge Großteils in Vergessenheit. Gerade diese Sorten können jedoch zu einer viel markanteren und eigenständigeren Identität Südtirols beitragen. BLA ∙ XVI ist unser Versuch, einer alten Rebsorte ein eigenständigeres Profil zu verleihen, indem wir die traditionelle Maischekontaktzeit mit ganzen Trauben und die Vergärung mit der spontanen Hefeflora wieder in die Vinifikation integriert haben.

  • Alkohol: 13,0 %
  • Restzucker: 0,3 g/l
  • Säure: 5,88 g/l
  • Herkunft: Bozen, 280 Meter ü. d. M.
    Tiefgründige Schwemmböden
  • Bereitung: Gärung über 6 Wochen mit "Dreck und Speck" (Ganztraubenverarbeitung) im Edelstahltank.  Ausbau in gebrauchten Barriques und für 19 Monate auf der Vollhefe. Schwefelgabe nach circa 9 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


PIPO∙XV

PINK PORER.

Wie können wir auch in Zukunft, bei steigenden Temperaturen, die Frische, Lebendigkeit und Präzision unserer Weinen gewährleisten?

PIPO ∙ XV zeigt einen möglichen Ansatz. Die Grauburgunder Trauben wurden ohne Quetschen, unverletzt und an den Stielen, in ein kleines Holzfass gelegt und mit Most aufgefüllt. Der Wein blieb über 12 Monate in Kontakt mit Stängel und Schale. Daher erhält der Wein seine natürliche rötliche Färbung. Durch diesen Ausbau kann die Wahrnehmung von Frische gesteigert werden. Inzwischen ist die Ganztraubenverarbeitung eine Komponente des PORER Pinot Grigio und unseres klassischen Pinot Grigios. Daher leitet sich auch der Name ab: Pink Porer.

  • Alkohol: 14,0 %
  • Restzucker: 0,2 g/l
  • Säure: 5,78 g/l
  • Herkunft: Margreid. 200 Meter ü. d. M.
    Schottrige, sandige und stark kalkhaltige Böden
  • Bereitung: Gärung über 12 Monate mit "Dreck und Speck" (Ganztraubenverarbeitung) im Holzfass zu 1000 Liter. Ausbau in gebrauchten Barriques für 19 Monate. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


TAN SAI∙XVI

STRANGER THINGS.

Auch nach 30 Jahren ist uns diese Rebsorte noch immer ein Rätsel. Langsam erst machen wir unsere Erfahrungen damit, lernen, sie einzuschätzen und Spaß daran zu haben. Mit dem 2016er Jahrgang haben wir, was diese Rebsorte von den Pyrenäen anbelangt, mit zwei Gegensätzen gespielt. Ein Teil der Trauben wurde zwei Wochen lang auf der Maische gelassen. Ein anderer Teil blieb nur 3 Tage in Maischekontakt und wurde als Saftabzug (Saignée) separat vinifiziert: TAN SAI ∙ XVI. Für uns ein Beispiel, wie wir auch bei gerbstoffreichen und „schweren“ Rebsorten Trinkigkeit und Frische erreichen können.

  • Alkohol: 13,5 %
  • Restzucker: 0,4 g/l
  • Säure: 5,84 g/l
  • Herkunft: Margreider Leiten, 300 Meter ü. d. M.
    Schottrige, sandige und stark kalkhaltige Böden
  • Bereitung: Nach drei Tagen von der Maische abgezogen (=Saftabzug) und separat im Stahltank vergoren. Nach Gärung für circa 17 Monate in gebrauchten Barriques gelagert. Schwefelgabe nach circa 9 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


NATSCH∙XVI

TRADITION. INNOVATION. IDENTITÄT.

Früher hat der Bauer seinen Vernatsch auf der Maische vergoren und ihn anschließend über das Jahr hinweg von der Maische weggetrunken, was den Wein komplexer und länger haltbar machte. Heute wird diese traditionelle, autochthone Rebsorte Südtirols eher mit wenig Struktur und einer gewissen Einfachheit in Verbindung gebracht. Wir möchten dem Vernatsch wieder mehr Eigenständigkeit und Identität geben, sein Potential ausschöpfen. Deshalb blieb der Wein über 7 Monate im Holzfass in Kontakt mit Stängel und Schale. NATSCH ∙ XVI ist heute eine Komponente unseres Weins RÖMIGBERG Vernatsch 2016. Sie zeigt uns, welche Vielfalt in dieser Rebsorte steckt und wie man die vertikale Struktur, Präzision und den Tiefgang der Rebsorte zum Ausdruck bringen kann.

  • Alkohol: 12,5% Vol.
  • Restzucker: 0 g/l
  • Säure: 6,8 g/l
  • Herkunft: Weinhof Römigberg, nordwestlich des Kalterersees gelegen, 250 - 330 Meter ü. d. M.
    Unter Moränenablagerungen mit vermehrtem Lehmanteil herrscht steiniger, schotteriger Dolomitkalk vor
  • Bereitung: Auf der Maische vergoren und 6 Monate im Kontakt zur Maische belassen. Ausbau in gebrauchten Barriques für 11 Monate. Schwefelgabe nach circa 6 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.


DOT∙XV

AUS DEM SCHATTENDASEIN.

Petit Verdot wird auch bei uns, nach dem Vorbild Bordeaux, in einem kleinen Prozentsatz in unserem COR RÖMIGBERG Cabernet Sauvignon ausgebaut. Mit dem DOT ∙ XV möchten wir die Rebsorte aus ihrem Schattendasein innerhalb des Bordeaux-Blends rausholen und sie in diesem ungewöhnlichen Umfeld, den Dolomiten, eigenständig ausbauen und dadurch besser kennenlernen.

  • Alkohol: 14,0 %
  • Restzucker: 1,0 g/l
  • Säure: 6,53 g/l
  • Herkunft: Weinhof Römigberg, nordwestlich des Kalterersees gelegen, 250 - 330 Meter ü. d. M.
    Unter Moränenablagerungen  mit vermehrtem Lehmanteil herrscht steiniger, schotteriger Dolomitkalk vor
  • Bereitung: Vergoren in geöffnetem gebrauchten Tonneau mit circa 1/3 Ganztraubenanteil. Maischekontakt für circa 2 Monate. Anschließende Lagerung in gebrauchten Barriques für 2 ½ Jahre. Schwefelgabe nach circa 9 Monaten. Nicht filtriert und ohne finale Schwefelgabe gefüllt.